Der Wind geht heftig

15 10 2009

Der Wind geht heftig und ich bin sehr glücklich, dass er mir, nachdem ich die vorgenommene Richtung eingeschlagen habe, in den Rücken bläst. So habe ich eine Art Rückenturbo eingebaut und fliege nahezu über den Strand. Eine fliegende Leberwurst, das muss ein Bild für die Meergötter sein. Während der Rucksack auf meinem Rücken gemächlich hin und her schaukelt, und das Glucksen des frischen Kaffees mich fast überredet eine dafür vorgesehene Pause einzulegen, nutzt Fee ihre verbliebene Pfote fürs Temmeln. In sekündlichen und regelmäßigen Abständen führt sie den sogenannten Milchtritt aus. Kein Wunder, am Busen der Leuchtturmwärterin, das lässt ja auf Leckeres hoffen. Für mich allerdings ist das nicht wirklich der Hit und ich bin mir nicht ganz sicher, ob es sich anfühlt wie eine tierische Akupunktur oder die ständigen Fehlversuche eines Tattoomeisters, meine Brust an allen Rundungen gleichzeitig zu piercen.

„If I could turn back time…“ Habe ich Angst? Eigentlich summsinge ich nur, wenn ich Angst habe? Ja verdammt noch mal ich habe Angst. Und wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, so wie Cher es besingt, dann wärst du hier, Dune wäre hier, Max wäre da und wir wären am Turm, säßen draußen in den Dünen auf einer riesigen Decke und würden Picknicken. Aber du bist nicht da, ein Zustand, an den ich mich noch nicht gewöhnt habe und an den ich mich auch nie gewöhnen möchte. Max ist auch nicht da. Dabei brauche ich ihn gerade jetzt so sehr. Und Dune, Dune ist irgendwo verschollen, sie ist weg, fort und ich sterbe vor Angst. Ich wünsche mir so sehr, dass ich das Richtige tue.

Du hast mir mal gesagt, dass es sie nicht gibt, die perfekte Sicherheit. Du hast mir mal gesagt, dass du sie mir nicht bieten kannst, die perfekte Sicherheit. Aber wenn meine ganze Welt über mir zusammenbricht, sich über mir ergießt, wie die riesige Welle einer Sturmflut, wenn ich keinen Weg mehr sehe, um diesem Strudel zu entrinnen, werde ich doch weiter die Wendeltreppe hinaufklettern, mich im Turm einkuscheln, und mich ihr hingeben, meiner Illusion der perfekten Sicherheit in dem Turm und mit dir.

Mir kann nichts passieren. Ich vertraue in mich und meine Stärke. Ich horche auf mein Herz und folge meinem Bauchgefühl. Es wird alles gut. Mir kann nichts passieren und auch Dune ist nichts passiert. Nichts Schlimmes. Sie wird irgendwo die Zeit vergessen haben. Sie wird irgendwo Schutz vor dem Unwetter gesucht und gefunden habe.

Bei all dem Wind und der Lautstärke der Natur, hätte ich es fast überhört, das Knarzen und Quieken, das vom Meer zu mir herüber dringt. Vertraute Geräusche, vertraute Stimmen und das erste Mal seit ewigen Stunden verspüre ich wieder so etwas wie ein Glücksgefühl. Es ist recht klein, in Anbetracht der Sorge, der Angst und der Panik, aber es ist spürbar da, in meinem Herzen und ich lege zu dem schnellen Schritt, den ich durch den Rückenwind schon habe, noch an Tempo zu.

Der Horizont erblüht sehr langsam und es deutet sich an, dass die Helligkeit sich ihren Weg durch die Nacht bahnen wird. Es macht fast den Eindruck, als bekämen wir heute sogar ein paar Minuten Sonne geboten. Aus einem kleinen zarten Loch in der dunklen Wolkendecke sprühen kleine Lichtfunken, welche diese Hoffnung eindrucksvoll unterstreichen. Der Himmel saugt sich um dieses Loch herum mit den Farben dahinter voll. Ich erinnere mich an eine Schularbeit, wo wir mit sehr viel verschieden farbigen Wachsmalstiften das Zeichenblatt anmalten. Darüber kam eine deckende Schicht schwarz und mittels eines kleinen Spachtels haben wir einem Motiv entsprechend, die schwarze Farbe wieder abgetragen. Zum Vorschein kamen bunte Konturen und Flächen, die in der Gesamtheit ein buntes Bild im Schwarz ergaben. Schillerndes Orange und sattes Goldgelb mischt sich mit der Dunkelheit und beschneidet sie Millimeter für Millimeter.

Am Sturm selbst hat sich noch nichts verändert und hier am Meeressaum pfeift mir der Wind so mächtig durch die Ohren, dass ich den Schal etwas höher krempele. Wahrscheinlich verschreckt durch die Geräuschkulisse der grollenden Wellen, drückt sich Fee ganz, ganz nah an mich heran. Ich kann ihr kleines Herz spüren, wie es regelmäßig aber hektisch gegen meine Brust bummert. Ob sie sich wohl mit der Nase herauswagt, wenn sie die Delfine hört?

Mein Blick wandert zwischen erstrahlendem Horizont und peitschender See hin und her. Die Wogen sind so hoch und unruhig, dass aus den Gischtmützen und entstehenden Strudeln zwischen ihnen kaum was zu entdecken ist. Delphi und Finchen waren hier. Ich habe sie gehört und sie haben mir meinen ersten Glücksmoment des Tages beschert. Wahrscheinlich ist das Schwimmen so nah am Strand zu gefährlich bei der Strömung. Da sich Delfine ja mittels Sonar oder war es Echolot orientieren, kann es bei solch einem Unwetter sicher heikel werden für die Tiere. Mitten in meine semifachfraulichen Ausreden, die ich für Delfine bastele, platzen drei Rückenflossen. Drei? Wieso drei? Während die Kleinste ruhig versucht, die Herausforderung sich aufblähender Wellen zu stellen, und möglichst gleichmäßig durchs Wasser zu gleiten, zeigen die größeren Delfine schon wesentlich mehr Routine. Der Zustand des Gleitens wechselt sich mit flachen und weiten Sprüngen über die Wellen ab. Es sieht toll aus, wie sie scheinbar die Kraft des Wassers für sich nutzen um vorwärts zu kommen. Dann wieder macht es den Eindruck, als spielen sie mit den Wogen Fangen.

Delphi hat mich scheinbar am Strand entdeckt und lässt sich ein Stückweit näher herantragen, während der riesige, mir unbekannte dritte Delfin scheu weiter seine Runden dreht und ein wachsames Auge auf Finchen hat. Der Dritte ist wirklich ein Riese. Ob das der Olle Graue ist, von dem Max erzählte? Ob das Finchens Erzeuger ist? Delphi schwimmt aufs Meer hinaus, nimmt Schwung und prescht über die Wasseroberfläche, jede einzelne Welle für sich, die wohl ausgesuchte Richtung und den wahrscheinlichen Landepunkt, ausnutzend. Elegant hebt sie sich aus dem Wasser, springt in formschönen Bögen über Finchen und den Ollen Grauen hinweg, rast auf das Land zu und wie von Geisterhand gestoppt, bremst sie in sicherer Entfernung wieder ab. Dann stellt sie sich auf ihre Fluke und tanzt und schnattert und braust zurück in Richtung Horizont und kwarzt und quiekt. Werde ich jetzt größenwahnsinnig, wenn ich mir einbilde, dass sie mir etwas erzählen möchte? Oder entschuldigt sie sich nur, weil sie mir das Glück des Kraulens nicht bieten kann? Vielleicht möchte sie mir auch einfach nur Mut machen, für meine Suche nach Dune. Ich weine. Und ein ganzer Niagara stürzt sich aus meinen Tränendrüsen als ich merke, wie die kleine Fee neugierig ihr Köpfchen aus ihrem Versteck reckt und, durch den Wind kaum wahrnehmbar, miaunzt. Dabei streckt sie immer wieder ihr kleines Stummelbeinchen nach draußen, und winkt? Vielleicht spricht Delphi gar nicht mit mir sondern mit Fee? Diese Situation überfordert mich wieder vollends. Aber sie lässt mich auch lächeln. Ich lächele und bin einfach nur unaussprechbar glücklich, dass mir die beiden Freunde, Entschuldigung, drei Freunde auf See beistehen.

Der Himmel brennt und erstrahlt in gigantischen Farbformationen, die wie so oft unbeschreiblich sind. Aber selbst, wenn ich über das notwendige Vokabular verfügen würde, ich habe keine Zeit. Ich muss weiter. Der Tag ist da, er ist über das Anbruchsstadium hinaus und ich möchte meinen Hund finden. Ich will, dass es Dune gut geht.

Ich werfe einen letzten Blick auf die spielenden Delfine und stuppse ganz vorsichtig Fee zurück in ihr ihre Sänfte unter meiner Jacke. Das erste Mal höre ich diese winzige Katze einen Fauchversuch starten. Aus meinem Lächeln wird ein Lachen. Das Fauchen klingt so unglaublich albern. Beinahe automatisch muss ich an eine Szene aus dem Film „LionKing“ denken, wo der kleine tapfere Löwensohn fauchen möchte und nur ein krächzendes fast lautloses „Miiiaunz“ zu Stande bringt. „Fee, Fee, ach kleine Fee. Da musst du noch viel Schlabber fressen und viel mit Dune herumtollen, damit du so groß und stark wirst, dass du gegen dieses Unwetter und all die anderen Ungerechtigkeiten dieser Welt anfauchen kannst. Bis dahin werden wir hoffentlich die Delfine noch ganz oft besuchen können und nun gib Ruhe.“ Mit einem letzten zärtlichen Schubbser befördere ich die Mieze zurück ins Brusttaxi.

Delphi und der olle Graue umschmusen sich. Zärtlichkeit gegen die Gewalt des Meeres. Ein definitiv letzter Blick und ich gehe weiter in Richtung Bucht. Schritt für Schritt entferne ich mich von diesem wohligen Szenario, das mir das erste Glück des Tages brachte. Ich mag nicht daran denken, ob vielleicht oder hoffentlich noch mehr Glück auf mich wartet. Aber ich werde weiter gehen. Schritt für Schritt, durch die Kälte, den Sand, den Sturm – hinein in einen scheinbar freundlich werden wollenden Tag.

Aus deiner schützenden Umarmung

löse ich mich nun und steige hinab in das,

was sich Leben nennt.

Knirschend wird sich die Kälte des Lebens

meinen vorsichtigen Schritten ergeben.

Hat es eine andere Wahl?

Das Leben?

Wahrscheinlich.

Aber nicht solange ich mich fortbewege.

Hin zum Leben – hin zum Sein.

Du wachst über mich mit deinem großen Herz.

Danke dir dafür, mein Freund, mein Liebster.

Ob Dune auch hier war? Ob sie hier vorbei gekommen ist? Oder suche ich auf komplett falschen Wegen? Nein, ich möchte mich jetzt nicht verunsichern. Ich möchte daran glauben, dass es richtig ist, was ich tue. Ich möchte mir vertrauen, auf mein Herz horchen und dem Bauchgefühl folgen, das mir schon so oft die richtige Richtung gewiesen hat. Das Unwetter lässt tatsächlich nach. Der Wind hat sich abgeschwächt und tost nicht mehr mit soviel Dezibel an meinen vom Schal gewärmten Ohren entlang. Dort, wo die seichten Sonnenstrahlen sich bereits durch das Schwarz gekämpft haben, ist es bestimmt schon herrlich. Ich versuche geduldig zu sein. Geduldig mit dem Wetter, mit dem Tag und, ja, auch mit mir. Hoffentlich hat Dune auch genug Geduld. Hoffentlich geht es meinem Podenco gut.

Je näher ich der Bucht komme, um so mehr zweifele ich an meinem Geisteszustand. Es mangelt mir nicht an guter Nahrungsgrundlage und getrunken habe ich auch genug. Ich gebe zu, es war nur Kaffee, aber ausreichend Flüssigkeit habe ich zu mir genommen. Drogen nehme ich bis auf die handelsüblichen Sorten wie Nikotin und Koffein auch keine – und niemand war in meiner direkten Nähe, so dass er hätte meinen Kaffee panschen können. Es ist nicht mehr so eisig wie heute Nacht, aber auch nicht plötzlich so heiß, dass ich bereits zu dieser Stunde des Tages unter Halluzinationen leiden könnte. Wie aber sonst erkläre ich mir diese Fata Morgana dort hinten? Eine Spiegelung? Ein Hologramm? Kurz vor dem Ding bleibe ich stehen, starre es an und führe eines meiner berühmten Selbstgespräche. Das sieht aus wie ein Pfahlbau. Es steht auf Pfählen. Es scheint rundum aus Holz gebaut. Und ein rundum aus Holz gebautes Haus, das zudem auf Pfählen steht, nennt man gemeinhin einen Pfahlbau. Ich kenne diese Bucht. Ich war öfter in dieser Bucht als in einer Kirche und ich behaupte, übertreibend, wie ich manchmal sein kann, dass ich hier jedes Sandkorn beim Vornamen kenne. Ich sehe dort einen Pfahlbau stehen, der dort noch nie gestanden hat, der vor wenigen Tagen noch nicht da war. Wie um Meergottes Willen, kommt dieses Ding hier her?





“Vertrau dir! Hör auf dein Herz!…”

31 07 2009

“Vertrau dir! Hör auf dein Herz! Geh nach deinem Bauchgefühl!”

Immer und immer wieder wiederhole ich diese Worte, fast wie ein niemals enden wollendes Gebet. Dabei schlage ich vorsichtig mit dem Hinterkopf gegen die dicke Mauer und meine Füße und Hände graben sich mit jedem Wort ganz tief in den feinen, von der Morgensonne angewärmten Sand.

“Vertrau dir! Hör auf dein Herz! Geh nach deinem Bauchgefühl! Und dann, dann wird alles gut.”

Vorsichtig überstrecke ich meinen Kopf. Ich blinzele die roten und weißen Klinker entlang, den Turm empor, in den Himmel, der sich strahlend blau und nur mit ein paar zarten Flusenwolken verziert über das Land spannt.

„Alles wieder gut – Ha! Es kann nicht alles wieder gut werden“, flüstere ich in Richtung Turmspitze, „wie soll denn alles gut sein oder werden, ohne dich? Du hast dich einfach fortgeschlichen, klammheimlich, ohne ein Wort. Und ich? Ich sitze hier, spreche mit Mauersteinen und diesem Turm und soll obendrein noch mit meinen einzelnen Köperteilen kommunizieren? Du bist echt witzig!“

Es ist kaum zu glauben. Haben wir nicht Ende Oktober? Wenn meine Erinnerung mich nicht ganz im Stich lässt, sollte es eigentlich nicht nur bunt, sondern auch schon wesentlich kälter sein. 20 Grad, und das hier an der See. Das durch Kondensstreifen und Flusenwolken durchbrochene Blau des Himmels, deutet eher auf einen wundervollen Sommertag hin.

Ein kleiner unförmiger schwarzer Käfer kämpft sich mit hektisch rudernden Bewegungen unter meiner dicken Zehe hervor. Für den armen Kerl muss sich meine Fußgymnastik im Sand anfühlen wie ein Erdbeben der Stärke 10 auf der Käferbeben-Skala. Während cirka hundertdreißig Sandkörner weiter, in sicherer Entfernung, ein weiterer Käfer scheinbar auf den Strampler wartet, versuche ich meine Zehen still zu halten, um es dem armen Kerl nicht noch schwerer zu machen als er es sowieso schon hat. Ob Käfer Nummer 2 wohl die Lebensabschnittsgefährtin ist? Woran erkennt man bei Käfern welches Geschlecht sie haben? Was denke ich mir eigentlich für ein Zeug zusammen? Wahrscheinlich erinnert mich der kleine Kerl im Augenblick viel zu sehr an mein eigenes Gestrampel und Gekämpfe, womit ich auch schon wieder beim Thema wäre. Wie waren doch noch gleich deine esoterisch anmutenden Wortfolgen?

“Vertrau dir! Hör auf dein Herz! Geh nach deinem Bauchgefühl! Und dann, dann wird alles gut.”

Fehlt nur noch der Yogaknoten in den Beinen und ein brummiges, wohlfühliges Ommm am Ende. Es ärgert mich so sehr. Ich weiß du hast Recht. Ich weiß es, weil du ja immer Recht hattest. Aber jetzt und hier scheint halt alles ein bisschen aussichtslos und dann beamst du dich in meine Gehirnwindungen und ich zermartere mir mit deiner beschwörenden Formel den Kopf. Nicht zu fassen, dass du nach wie vor diese Magie verbreiten kannst, mich so in deinem Bann hältst und mich dermaßen fesseln kannst. Es sind nur Worte, es sind deine Worte, und damit machen sie auch einen Sinn für mich. Denn Niemand sonst kennt mich so wie du. Niemand sonst hat ohne mit der Wimper zu zucken so in mich hineingeschaut, mit seinen Blicken mein Innerstes nach Außen gekehrt. Bei niemandem sonst ist Gesagtes und Gefühltes so sicher und geborgen. Niemand anders ist so verschwiegen und vertrauenswürdig. Nach fast einem halben Jahrhundert Leben bist du der einzige Mensch, der sich Gesagtes, Gefühltes und Gezeigtes nie zu eigen gemacht hat. Du gehörst nicht zu den Jägern die ein scheues Reh freundlich anschauen um ihm dann mit eiskaltem Blick den Fangschuss zu setzen. Du hast nie ein Wort vergessen. Dir ist nie ein Gefühl entgangen. Und nichts von alledem, was gesagt oder gefühlt wurde, hättest du je als Waffe eingesetzt. Dennoch pieken mich deine Worte manchmal wie die feinen kleinen Nadelstiche eines Eiswindes.

Dune hat die letzte viertel Stunde  damit zugebracht dem kleinen Käfer zu zuschauen, wie er um sein Leben kämpfte und dabei hat sie gar nicht gemerkt, wie sie ihren Kampf verlor, den Kampf gegen die Müdigkeit. Sie seufzt mehrmals laut auf, dreht sich auf den Rücken, streckt alle Viere von sich und macht den Eindruck als träumt sie gerade von einem Monsterknochen. Vielleicht auch von Möwen. Ich hingegen werde mich jetzt langsam aber sicher mal für den Tag fertig machen. Auch wenn ich noch Stunden hier sitzen könnte, es gibt noch so viel zu tun. Es ist Oktober und wir haben sagenhafte 20 Grad. Aber irgendwann kommt doch der Winter und dafür muss noch so manches erledigt werden, hier am Leuchtturm

lt_grey Meine kleine Insel Heimat

Nur für Mich

Ein großer Turm bietet Schutz

Ein großes Meer schirmt ab

Einsam?
Nein!

Ich habe den Turm.

Ich habe das Meer

Ich habe mich!

Vielleicht sollte ich mir eine Liste machen, was noch alles zu tun ist.

  1. Weihnachten abschaffen
  2. Läden meiden, die Weihnachtsmusik spielen
  3. Geschäfte boykottieren, die seit Ende August schon Spekulatius verkaufen

Ohje, das wäre so, als würde ich mir den Leuchtturm selbstständig unter dem Hintern wegsprengen. Ich muss das anders anpacken.

Was bin ich froh, dass ich heute lebe und nicht mehr im Vorgestern. Seit 1950 funktionieren Leuchttürme automatisch. Leuchtturmwärter und –wärterinnen werden seit dieser Zeit nicht mehr gebraucht und wenn nicht gerade jemand wie ich, aus nostalgischen oder romantischen Beweggründen, sein Leben in einem solchen Turm oder seinem Anbau verbringt, werden Leuchttürme nur noch von Wartungsdiensten oder Touristen besucht. Der letzte deutsche Leuchtturmwärter ging 1998 in Hiddensee vom Turm. Die 52 Leuchttürme in der Nord- und Ostsee und in der Deutschen Bucht werden von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes betrieben. Die Köpfe der Türme werden elektronisch gesteuert und regelmäßig gewartet. Sensoren messen meteorologische Daten und den Wasserstand, Zeitschaltuhren kümmern sich um Licht, wenn es zu dämmern beginnt. Wenn die große Leuchte nicht mehr funktioniert, wird in den Verkehrszentralen, die den Schiffsverkehr überwachen, Alarm ausgelöst. Ein sogenannter Videograph, der ähnlich wie ein Radargerät funktioniert, wertet die Feuchtigkeitswerte in der Luft aus und schaltet automatisch das Nebelhorn an, wenn es nötig ist. Geistertürme? Seelenlose technisierte Mauertürme im Meer? Nein, so kann man das nicht sehen, und ich sehe das sowieso schon mal ganz anders. Jeder einzelne Leuchtturm hat nach wie vor eine große Bedeutung und wird bei aller Technik nie überflüssig sein. Das Licht eines Turms hat seit jeher dem Menschen geholfen, sich auf den Wasserstraßen zurecht zu finden und dafür wird er auch in Zukunft noch gebraucht.

Und du Turm bist sowieso eine ganz besondere Marke. Du bist meine kleine Insel Heimat und ich habe noch nicht eine Sekunde hier bereut. Aber ich schweife schon wieder vom Thema ab. Langsam muss ich mir wirklich Gedanken machen. Gedanken über das Morgen und über Übermorgen.

Da sind sie wieder, die vielen Buchstaben, welche Worte ergeben und Sinn machen sollen. Deine Worte.

Vertrau dir! Hör auf dein Herz! Geh nach deinem Bauchgefühl!”





Vor- und VorVorWorte

30 07 2009

Bevor es nun losgeht und ich dem WWW mein zweites Baby zur Kenntnis gebe, noch ein paar warme VorVorWorte:

Die Geschichte ist 2004/2005 von mir erdacht, erfühlt, skizziert, notiert, aufgeschrieben worden.  CopyRight bigi Schulz, Bonn – und nichts und niemand anderes. Das betone ich deshalb, weil bereits einmal eine “Dame”, der ich das Werk zum Vorablesen gab der Meinung war, sie könne nicht nur TextPassagen kopieren und veröffentlichen – sie versuchte es auch unter ihrem Namen – Das ist böse, das ist schlecht und das wird von mir, sobald ich Kenntnis davon erhalte an den Pranger gestellt und geahndet – gerne auch juristisch! Die genutzten Fotos entspringen meinem Chip oder ich habe eine schriftliche Erlaubnis zu deren Nutzung – in diesem Fall findet sich ein entsprechender CopyRightVermerk darunter. Zeichnungen und Bilder wurden von meinem Brüderchen (Kuss dafür) oder mir angefertigt.

Strandgeflüster im LeuchtSturm ist keine wirkliche Weiterführung meines Erstlingwerks “StrandGeflüster, die SpurenSuche” – auch wenn Dune und der alte Max wieder ihr Unwesen an der See treiben ;-)

So, und nun wünsche ich viel Spaß an :m:einem Strand des Lebens.

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